© 2021 | Dominik Kindermann | 94034 Passau | Impressum | Datenschutz

Blog - Leidenschaft Naturfotografie

03.07.2021 - der frühe Vogel

Es ist 4:30 Uhr früh, als ich vom Vogelgezwitscher vor unserem Schlafzimmerfenster geweckt werde. Seit Wochen nehme ich mir schon vor, endlich mal wieder früh rauszugehen, doch ich ringe immer mit mir selbst. Aber wie oft passiert es, dass man zum richtigen Zeitpunkt völlig ohne Wecker wach wird? Also nichts wie los, ich stehe auf, suche mein Equipment zusammen und ziehe meine Tarnkleidung an. Voller Elan geht’s los, ich verlasse das Haus und laufe den Berg hinter unserem Haus hoch in den Wald. Auf halbem Weg nach oben bemerke ich, dass ich viel zu schnell bin und total außer Atem bleibe ich stehen. Ich muss mich erst mal sammeln. Ich beruhige mich, niemand hetzt mich und langsam setze ich meinen Weg fort. Nach einigen Minuten erreiche ich mein Ziel, eine Wiese oben am Berg. Ich stelle das Stativ auf, lege ein Polster auf den Boden und werfe einen Tarnschal über meinen Kopf. Jetzt heißt es Geduld haben. Ich warte eine knappe Stunde, mittlerweile wird es bald 06:00 Uhr und ich habe noch nichts gesehen außer Amseln und Tauben. Ich überlege. Die Entscheidung fällt, den restlichen Vormittag wird gepirscht. Tarnschal und Stativ werden eingepackt und ich laufe über die Wiesen und Felder der Umgebung. Das Gras ist feucht und meine Schuhe saugen sich voll. Die Hose ist bis übers Knie nass. Ich höre nichts, außer ein paar Vögeln und meine schmatzenden Schuhe, die mich von jetzt an Geräuschvoll durch den Morgen geleiten. Es ist herrlich alleine früh am morgen draußen zu sein und die Natur zu genießen. Dann finde ich ein Motiv. Ein Schmetterling von Morgentau umhüllt, an einer Kamillenblüte in einem Blühstreifen. Ich lege meinen Rucksack ab und hole meine Makroausrüstung raus. Ich suche den richtigen Winkel und die korrekte Perspektive. Nach 15- 20 Minuten bin ich zufrieden. So viel Zeit nehme ich mir selten für ein Motiv. Meist hat man die Zeit in der Naturfotografie auch nicht. Glücklich ziehe ich weiter. In 30 Metern Entfernung huscht ein Fuchs über die Wiese, es bleibt keine Zeit für ein Foto und er verschwindet im Dickicht. Es macht nichts, ich freue mich über die kurze Begegnung. Dann treffe ich auf der Nachbarwiese auf einen jungen Rehbock. Ein hübscher Kerl. Stolz läuft er über die Wiese. Zunächst bemerkt er mich gar nicht. Später sieht er in meine Richtung, was da wohl ist? Er hält mich wohl nicht für eine Gefahr und zieht gemütlich weiter über die Wiese. Ich mache ein paar Bilder und lasse Ihn dann wieder in Ruhe. Eine weile Ziehe ich noch über Wiesen und Felder auf der Suche nach Hasen, Rehen oder dem Fuchs, aber es will sich kein Tier mehr zeigen. Am Waldrand sehe ich doch noch ein paar Schwarzspechte, ich kann aber keine guten Bilder davon machen, also gehe ich zurück nach Hause. Aber nicht über den kürzesten Weg, nein es ist neblig, die Luft ist Kalt feucht und wunderbar frisch. Ich gehe in den Wald, auf der Suche nach Feuersalamandern. Den Blick auf den Boden gerichtet merke ich nicht, dass neben mir ein Bussard im Baum sitzt. Er startet durch und ich erschrecke. Was übrig bleibt ist eine Feder, die ich als Zeugnis für die flüchtige Begegnung ablichte. Ich gehe weiter und es zieht mich nochmal auf eine Wiese und ich suche noch ein paar Makromotive. Mittlerweile ist es 08:15 Uhr. Ich gehe nun endgültig den Berg hinunter und ab nach Hause. Die ersten Menschen werden wach und kommen aus den Häusern. Ich grüße zwei Nachbarn aus dem Wohnblock gegenüber. Es geht noch einige Stufen hoch und dann bin ich wieder zu Hause. Meine Frau bereitet schon das Frühstück und der Kaffee duftet. Ein perfekter Start ins Wochenende.
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03.07.2021 - der frühe Vogel

Es ist 4:30 Uhr früh, als ich vom Vogelgezwitscher vor unserem Schlafzimmerfenster geweckt werde. Seit Wochen nehme ich mir schon vor, endlich mal wieder früh rauszugehen, doch ich ringe immer mit mir selbst. Aber wie oft passiert es, dass man zum richtigen Zeitpunkt völlig ohne Wecker wach wird? Also nichts wie los, ich stehe auf, suche mein Equipment zusammen und ziehe meine Tarnkleidung an. Voller Elan geht’s los, ich verlasse das Haus und laufe den Berg hinter unserem Haus hoch in den Wald. Auf halbem Weg nach oben bemerke ich, dass ich viel zu schnell bin und total außer Atem bleibe ich stehen. Ich muss mich erst mal sammeln. Ich beruhige mich, niemand hetzt mich und langsam setze ich meinen Weg fort. Nach einigen Minuten erreiche ich mein Ziel, eine Wiese oben am Berg. Ich stelle das Stativ auf, lege ein Polster auf den Boden und werfe einen Tarnschal über meinen Kopf. Jetzt heißt es Geduld haben. Ich warte eine knappe Stunde, mittlerweile wird es bald 06:00 Uhr und ich habe noch nichts gesehen außer Amseln und Tauben. Ich überlege. Die Entscheidung fällt, den restlichen Vormittag wird gepirscht. Tarnschal und Stativ werden eingepackt und ich laufe über die Wiesen und Felder der Umgebung. Das Gras ist feucht und meine Schuhe saugen sich voll. Die Hose ist bis übers Knie nass. Ich höre nichts, außer ein paar Vögeln und meine schmatzenden Schuhe, die mich von jetzt an Geräuschvoll durch den Morgen geleiten. Es ist herrlich alleine früh am morgen draußen zu sein und die Natur zu genießen. Dann finde ich ein Motiv. Ein Schmetterling von Morgentau umhüllt, an einer Kamillenblüte in einem Blühstreifen. Ich lege meinen Rucksack ab und hole meine Makroausrüstung raus. Ich suche den richtigen Winkel und die korrekte Perspektive. Nach 15- 20 Minuten bin ich zufrieden. So viel Zeit nehme ich mir selten für ein Motiv. Meist hat man die Zeit in der Naturfotografie auch nicht. Glücklich ziehe ich weiter. In 30 Metern Entfernung huscht ein Fuchs über die Wiese, es bleibt keine Zeit für ein Foto und er verschwindet im Dickicht. Es macht nichts, ich freue mich über die kurze Begegnung. Dann treffe ich auf der Nachbarwiese auf einen jungen Rehbock. Ein hübscher Kerl. Stolz läuft er über die Wiese. Zunächst bemerkt er mich gar nicht. Später sieht er in meine Richtung, was da wohl ist? Er hält mich wohl nicht für eine Gefahr und zieht gemütlich weiter über die Wiese. Ich mache ein paar Bilder und lasse Ihn dann wieder in Ruhe. Eine weile Ziehe ich noch über Wiesen und Felder auf der Suche nach Hasen, Rehen oder dem Fuchs, aber es will sich kein Tier mehr zeigen. Am Waldrand sehe ich doch noch ein paar Schwarzspechte, ich kann aber keine guten Bilder davon machen, also gehe ich zurück nach Hause. Aber nicht über den kürzesten Weg, nein es ist neblig, die Luft ist Kalt feucht und wunderbar frisch. Ich gehe in den Wald, auf der Suche nach Feuersalamandern. Den Blick auf den Boden gerichtet merke ich nicht, dass neben mir ein Bussard im Baum sitzt. Er startet durch und ich erschrecke. Was übrig bleibt ist eine Feder, die ich als Zeugnis für die flüchtige Begegnung ablichte. Ich gehe weiter und es zieht mich nochmal auf eine Wiese und ich suche noch ein paar Makromotive. Mittlerweile ist es 08:15 Uhr. Ich gehe nun endgültig den Berg hinunter und ab nach Hause. Die ersten Menschen werden wach und kommen aus den Häusern. Ich grüße zwei Nachbarn aus dem Wohnblock gegenüber. Es geht noch einige Stufen hoch und dann bin ich wieder zu Hause. Meine Frau bereitet schon das Frühstück und der Kaffee duftet. Ein perfekter Start ins Wochenende.